Dreier´s Bücherwelt: Endlich Wochenende


   Am frühen Morgen wurden alle Kinder von Jaso und seinen Mitstreitern geweckt. Hastig packten sie ihre Sachen zusammen und machten sich für die Abreise fertig. Kurze Zeit später wurden sie aufgefordert, sich auf die Wagen zu verteilen. Als Jaso zu Garum ging, waren Ben und Sven bereits bei ihm. Sie versuchten gerade ihn zu wecken, als Jaso sie daran hinderte.

   »Lasst ihn schlafen. Wir tragen ihn zu den Wagen.«

   Behutsam hoben sie Garum an und trugen ihn zur Wagenkolonne. Dort legten sie ihn auf einen der Wagen. Sven und Ben stiegen auf den gleichen auf, während Jaso sich nach vorne begab, da er einer der Wagenführer war. Noch bevor der Morgen anbrach, machten sie sich auf den Weg. Sie fuhren in die gleiche Richtung, aus der sie gekommen waren. Die Dorfbewohner hatten von all dem nichts mitbekommen.

   

   Während ihrer Reise ging es Garum immer besser. Am ersten Tag wurde er bereits zweimal wach, schlief aber immer wieder ein. Gegen Mittag bogen sie ab nach Tanarum. Sie benutzten Wege, die nicht durch die Dörfer führten. Am zweiten Tag konnte Garum sich bereits aufsetzen und etwas essen, er schien über dem Berg zu sein. Sven und Ben versuchten herauszufinden, was Jaso mit ihm gemacht hatte. Garum konnte jedoch keine Auskunft geben und Jaso wollte nichts dazu sagen.

   Am dritten Tag erreichten sie die Stadt Tanarum. Die Wagenkolonne fuhr durch das große Stadttor hinein. Es war eine größere Stadt. Sie bestand aus Steinhäusern und hatte über zwanzigtausend Einwohner. So etwas hatten die Kinder noch nicht gesehen. Die Straßen waren befestigt und die Häuser standen dicht an dicht. Sie hielten sich rechts und erreichten kurz darauf einen freien Platz, der für Reisende angelegt war. Um den Platz hatten sich Hufschmiede, Sattler, Wagner und andere Händler und Handwerker angesiedelt. Sie mussten lange suchen, um für ihre Wagen einen Platz zu finden. Es war gerade Markttag und alles war belegt. Nachdem sie ihre Wagen abgestellt und die Pferde versorgt hatten, erklärten die Wagenführer den Kindern, wie es weiter gehen sollte. Die Wagenführer würden sich jeweils zwei Kinder aussuchen und auf dem Markt frische Lebensmittel besorgen. Die anderen sollten so unauffällig wie möglich bei den Wagen bleiben. Man wies die Kinder darauf hin, dass sich in der Stadt die Spione des Königs aufhielten. Nach etwa zwei Stunden kamen die Wagenführer mit den Lebensmitteln zurück. Als diese verstaut waren, stiegen alle wieder auf und machten sich auf den Weg aus der Stadt. Bis zum Stadttor kamen sie ohne Probleme, doch die Wachsoldaten am Stadttor hielten die Wagenkolonne an und durchsuchten diese.

   »Was habt ihr in der Stadt gemacht?«, fragte einer der Soldaten.

   »Wir haben unsere Vorräte aufgefrischt. Wir wollen heute noch weiter nach Huntam. Dort warten die Eltern der Kinder«, sagte Jaso.

   Der Wachmann schaute Jaso und die anderen misstrauisch an, winkte sie dann aber durch.

   »Weiter, weiterfahren!«

   Als sie das Stadttor passiert hatten, ging ein Aufatmen durch die Wagen. Die Wachen hatten die Königskinder, die unter Decken versteckt waren, nicht entdeckt.

   »Jaso, warum sind wir alle in die Stadt?«, fragte Sven.

   »Wenn einer alleine gefahren wäre, hätten wir nicht so viele Vorräte kaufen können. Da wären die Leute misstrauisch geworden.«

   »Wo fahren wir jetzt hin?«

   »Nach Sondrum. Dort haben wir genug Platz, um euch alle unterzubringen.«

   

   Sondrum war ein Dorf der Rebellen, das sich in einem abgelegenen Tal befand. Es war auf den meisten Karten nicht einmal verzeichnet. Dort lebten etwa dreitausend Menschen in einfachen Hütten. Zur Tarnung und Selbstversorgung betrieben sie Ackerbau und Viehzucht.

   Die Reise zu dem Dorf dauerte acht Tage. Unterwegs hatten sie immer wieder Rast in Dörfern gemacht, um ihre Vorräte aufzufüllen. Sonst gab es keine Zwischenfälle. In Sondrum angekommen, wurden sie von den dort Lebenden freundlich aufgenommen. Die Kinder wurden auf Familien verteilt, die noch keine eigenen hatten. Die Königskinder brachte man in eine alleinstehende Hütte, es war der Arrest. Garum, Sven, Lisa und Ben gingen gemeinsam in Jasos Hütte. Auf dem Weg dorthin begegneten sie Salu.

   »Herzlichen Glückwunsch! Wie ich sehe, geht es deinem Sohn wieder besser.«

   »Ja, danke«, entgegnete Jaso.

   Sven, Ben und Lisa starrten zuerst sich und dann Jaso an. Garum wirkte verlegen.

   »Später, wenn wir in der Hütte sind«, sagte Jaso knapp und ging weiter.

   Als alle in der Hütte waren, wies Jaso die Vier an sich zu setzen. Er holte aus einem Schrank etwas zu trinken, während Garum ein paar Becher holte.

   »Jetzt wisst ihr es, Garum ist mein Sohn. Deshalb war ich auch etwas ungehalten, als ich das von ihm hörte. Entschuldige bitte, Ben.«

   Ben schnürte es die Kehle zu.

   »Ich hätte beinahe seinen Sohn umgebracht«, dachte er. »Ich wusste nicht … ich wollte ...«, stammelte er.

   »Ist schon gut, Ben. Es ist ja alles gut gegangen«, sagte Jaso und Garum nickte zustimmend.

   »Ich durfte es euch nicht sagen. Ihr hättet ja auch gefangen genommen werden können«, sagte Garum.

   »Was wird jetzt mit den Königskindern geschehen?«, fragte Ben, um auf ein anderes Thema zu kommen.

   »Die werden verhört. Vielleicht erfahren wir durch sie, was den König so beunruhigt. Erzählt mir doch, wie ihr es geschafft habt zu fliehen.«

   Sven begann zu erzählen, wobei Lisa und Ben jeweils einsprangen, wenn Sven nicht mehr weiter wusste.

   »Das ist interessant. Der König nahm keine Rücksicht auf seine Kinder. Das können wir sicherlich im Verhör verwenden«, sagte Jaso und stand auf. »Ich muss zu Salu um es ihm zu berichten.«

   Jaso verließ die Hütte und ließ die Vier allein.

   »Es tut mir leid, Garum.«

   »Lass es gut sein. Du hast getan, was du tun musstest. Nur so konntet ihr auch die anderen Kinder retten.« Garum stand auf und ging zu Ben. »Ich wusste, dass es mein Tod sein könnte, wenn ich in den Palast gehe. Genauso wie mein Bruder. Man hatte ihn etwa einen Monat bevor ihr gekommen seid entdeckt und getötet.«

   »Das tut mir Leid«, sagte Sven. »Deshalb waren die Rebellen damals so bedrückt.«

   »Dein Vater ist Magier, wieso kannst du es nicht?«, fragte Lisa.

   »Nicht jeder wird ein Magier. Mein Bruder war einer, er war älter als ich.«

   Sie unterhielten sich, bis Jaso gegen Mittag zurückkehrte. Gemeinsam bereiteten sie das Essen zu. Während des Essens berichtete Jaso, was sie bereits von den Königskindern erfahren hatten.

   »Sie erwähnen immer wieder eine Karte. Wisst ihr etwas davon?«

   »Ja, die lag in einem Hinterzimmer des Königs. Sven kann sie zeichnen«, sagte Ben.

   Sven nickte zustimmend.

   »Garum hole bitte Papier, damit Sven die Karte zeichnen kann.«

   »Das brauchen wir nicht. Ich hab eine Zeichnung der Karte in meinem Rucksack.«

   Sven nahm die Karte und die Symbole aus seinem Rucksack und gab sie Jaso. Der breitete die Karte und Symbole auf dem Tisch aus, dabei erklärte ihm Sven, wie er die Symbole den Kreisen zuordnen konnte. Jaso studierte die Karte, wusste aber nicht, was die Symbole bedeuten sollten. Sven erzählte Jaso, was er mit der Karte in seiner Welt herausgefunden hatte. Plötzlich packte Jaso hastig die Karte und Symbole zusammen und stand auf.

   »Lisa, Sven, kommt bitte mit.«

   Alle drei gingen zu der Arresthütte, in der die Königskinder untergebracht waren. Dort angekommen berichtete Jaso Salu, was Lisa und Sven über die Karte wussten. Salu hörte sich alles an, danach ging er in die Kammer, in der sich die Königskinder befanden.

   »Wisst ihr, was auf der Karte ist?«, fragte Salu die Beiden.

   »Nein«, antwortete Alat.

   Wata schüttelte nur den Kopf.

   »Habt ihr diese Karte oder Symbole schon einmal gesehen?«, fragte Salu und zeigte dabei auf die Karte und Symbole.

   Beide schüttelten nur den Kopf. Es sah so aus, als ob die Kinder wirklich nichts wussten. Das Verhör dauerte noch etwa zwanzig Minuten, dann ging Salu zurück zu den anderen.

   »Sie scheinen nichts Näheres über die Karte zu wissen«, meinte Salu und warf die Karte samt Symbolen auf den Tisch. Sven breitete die Karte aus und legte die Symbole daneben.

   »Habt ihr eine Karte von eurem Land?«

   »Ja«, sagte Jaso und ging zu der Kommode am anderen Ende der Hütte.

   Er nahm eine Rolle heraus und legte sie auf den Tisch. Sven ergriff die Rolle und entfaltete sie. Er sah sich beide Karten an, dann nahm er einen Stift und fing an, seine Karte auf die Landkarte zu übertragen. Die Türen, durch die Lisa und Sven gegangen waren, markiere er mit einem Kreuz und einer Zahl. Die Türen, deren Symbole sich auf dem Dolch befanden, markierte er mit einem Stern und einer Zahl. Die Zahlen repräsentierten die dazugehörigen Symbole. Danach verband er die Zeichen mit Linien, wie er sie auf der Karte des Königs gesehen hatte. Alle schauten ihm gespannt zu. Als er mit seiner Arbeit fertig war, nahm er die Karte, hängte sie an die Wand und ging einen Schritt zurück, um sie besser sehen zu können. Alle sahen sich die Karte an, doch ihr Geheimnis wollte sich ihnen nicht offenbaren.

   »Wo habt ihr eigentlich meinen Dolch her?«

   »Das kann dir nur dein Trainer sagen«, meinte Salu.

   »Wo ist er?«

   »Er ist noch unterwegs, wird aber Morgen hier eintreffen. Warum willst du wissen, woher der Dolch kommt?«

   »Es muss einen Zusammenhang zwischen dem Dolch und den Türen geben. Vielleicht kann uns seine Herkunft helfen, das Geheimnis der Karte zu entschlüsseln.«

   Während sie sich unterhielten, starrten sie die Karte weiterhin an. Nach einer Weile schüttelten sie den Kopf und wanden sich ab. Sven setzte sich auf einen Stuhl und blickte die Karte weiter an.

   »Kommt ihr mit?«, fragte Jaso.

   »Nein, geht ihr nur. Ich bleib noch etwas hier«, sagte Sven.

   »Ich bleibe auch noch«, meinte Lisa.

   Jaso und Salu verließen die Hütte. Lisa und Sven betrachteten gemeinsam die Karte.

   »Was meinst du, Lisa?«

   »Ich weiß nicht. Ich kann keinen Zusammenhang erkennen.«

   Sven ging zur Karte und fuhr mit der Hand darüber.

   »Du bist hier durch, ich hier. Beide sind wir hier und hier durch«, sagte Sven nachdenklich und deutete auf die Stellen, wo die entsprechenden Türen eingezeichnet waren. »Ich glaube nicht, dass wir hier weiter kommen«, wandte er sich an Lisa, die ihm nickend zustimmte.

   Beide verließen die Hütte und gingen Richtung Brunnen, der auf dem Platz vor der Arresthütte stand. Sie waren etwa fünf Meter von dem Brunnen entfernt, als Sven plötzlich zusammenzuckte.

   »Was ist los?«, fragte Lisa, doch Sven antwortete nicht.

   Er krümmte sich auf einmal, sank zu Boden und hielt sich dabei den Bauch. Lisa beugte sich zu ihm hinunter und berührte ihn, da schrie Sven auf. Lisa erschrak so heftig, dass sie zurückwich.

   »Jaso! Hilfe!«

   Während Lisa um Hilfe rief, krümmte sich Sven und wimmerte, als hätte er große Schmerzen. Es dauerte nicht lange, da kamen von allen Seiten Leute angelaufen. Jaso und Salu waren ebenfalls darunter. Jaso erreichte die Beiden als Erster und machte sich daran Sven zu untersuchen. Als Jaso ihn berührte, schrie Sven wieder und krümmte sich noch mehr. Jaso wich zurück, so konnte er ihm nicht helfen. Als Ben ebenfalls eintraf, setzten sich beide neben Sven.

   »Du musst mir helfen«, sagte Jaso zu Ben.

   »Was soll ich tun?«

   »Baue einen Schutzbann auf, dann kann ich mich besser um die Untersuchung von Sven kümmern.«

   Ben baute einen Schutzbann auf und Jaso fing an, Sven mit Magie zu berühren. Sven schien dies nichts auszumachen, er rührte sich nicht. Jaso untersuchte ihn, konnte jedoch zuerst nichts finden. Erst beim zweiten mal sah er etwas, aber das, was er sah, konnte eigentlich nicht sein. Jaso begriff nicht, wie dies überhaupt geschehen konnte. Sven veränderte sich, sein Körper nahm die Energie auf, die um ihn herum war, und lagerte diese ein. Jaso zog sich wieder zurück.

   »Ben, den Schutzbann weg. Weg von Sven!«, sagte er aufgeregt und stieß Ben beiseite.

   »Was ist mit ihm?«

   »Er absorbiert die Energie um sich herum.«

   Ben sah Jaso ungläubig an.

   »Geht alle weg«, sagte Jaso und scheuchte die Menge auseinander.

   In einem hoffentlich sicheren Abstand standen alle um Sven, sie konnten ihm nicht helfen. Nach etwa zwanzig Minuten entspannte er sich langsam. Lisa ging zu ihm.

   »Bleib hier!«, rief Jaso, doch Lisa hörte nicht und ging weiter.

   Als sie Sven erreicht hatte, kniete sie sich neben ihn und berührte sanft seinen Arm. Sven blieb ruhig, er öffnete die Augen und sah sie an.

   »Was ist passiert?«

   »Du bist zusammengebrochen. Wir konnten dich nicht anfassen, weil du dabei geschrien hattest.«

   Sven setzte sich auf und blickte sich um. Als er die versammelten Leute sah, wunderte er sich.

   »Was machen die alle hier?«

   »Sie wollten dir helfen.«

   In der Zwischenzeit kam Jaso zu ihnen gelaufen.

   »Sven, kannst du aufstehen?«

   Er versuchte aufzustehen, was ihm mit Hilfe von Lisa auch gelang. Noch etwas wackelig auf den Beinen ging er zusammen mit den anderen zu Jasos Hütte. In der Hütte angelangt, setze sich Sven erschöpft an den Tisch. Er wusste immer noch nicht, was geschehen war. Lisa, Ben und Jaso setzten sich ebenfalls hinzu.

   »Du weißt wirklich nicht, was da eben passiert ist?«, wollte Jaso wissen.

   »Nein. Ich weiß nur, dass ich am Boden lag, als ich aufgewacht bin.«

   »Darf ich dich noch einmal untersuchen?«

   »Ja klar doch.«

   Jaso ging zu Sven und untersuchte ihn mittels Magie. Svens Körper absorbierte immer noch Energie aus seiner Umgebung, allerdings wesentlich langsamer als vorhin.

   »Hast du etwas gefunden?«

   »Ja. Dein Körper absorbiert immer noch die Energie, die um dich herum ist. Warum? Das kann ich mir nicht erklären«, antwortete Jaso fassungslos.

   Alle schauten sich ratlos an.

   »Ist das gefährlich für mich?«

   Achselzuckend meinte Jaso: »Keine Ahnung. Ich glaube, es ist besser, wenn du dich jetzt hinlegst und ausruhst. Du kannst in Garums Kammer schlafen.«

   Garum half Sven aufzustehen und führte ihn in seine Kammer. Das Nachtlager hatte er bereits für ihn vorbereitet. Sven legte sich auf das Bett und schlief augenblicklich vor Erschöpfung ein. Garum verließ leise die Kammer und setzte sich zu den anderen. Sie saßen noch einige Zeit zusammen und versuchten herauszufinden, was mit Sven geschehen war. Jaso wollte genau wissen, was Ben mit Sven erlebt hatte, aber auch das gab Jaso keinen Hinweis darauf, warum Sven sich veränderte. Was er den anderen nicht gesagt hatte, war, dass Sven nicht nur Energie absorbierte, er lagerte sie ein. Sein Körper schien wie eine Batterie, die aufgeladen wurde. Zu fortgeschrittener Stunde meinte Jaso: »Vielleicht wissen wir morgen mehr. Um sicher zu gehen, werden wir heute in der Arresthütte übernachten.«

   Gemeinsam verließen sie die Hütte und gingen in die Arresthütte.

   Am nächsten Morgen erwachte Lisa recht früh. Sie ging zu Sven, um nach ihm zu sehen. Sven war aber nicht in seinem Bett. Nachdem Lisa die gesamte Hütte durchsucht hatte, ging sie nach draußen und sah sich dort um. Sie rannte durch das ganze Dorf und suchte nach ihm. Am Rande des Dorfes sah sie eine Gestalt, der sie hinterher rannte.

   »Sven! Sven! Bleib stehen!«, rief sie.

   Die Gestalt blieb stehen und drehte sich um. Als Lisa näher kam, erkannte sie, dass es nicht Sven war. In einer Seitengasse sah sie eine weitere Gestalt. Wieder rief sie nach Sven und lief dabei der Gestalt hinterher. Diesmal drehte sich die Gestalt nicht um, sondern lief langsam weiter. Als Lisa sie fast erreicht hatte, sah sie, dass es Sven war.

   »Sven! Was ist los?«

   Er reagierte nicht, er lief einfach weiter. Lisa ging schweigend neben ihm her. Am Ende der Gasse sah Lisa eine verlassene halb zerfallene Hütte, auf die Sven zusteuerte.

   »Was willst du dort?«

   Wieder kam keine Antwort von ihm. Langsam ging die Sonne auf und es wurde heller. Lisa sah Sven an und wundere sich. Er hatte seine Augen geschlossen. Als sie die Hütte erreicht hatten, ging Sven zur Eingangstür und wartete davor, bis Lisa neben ihm stand. Plötzlich ging alles so schnell, dass Lisa nicht reagieren konnte. Sven öffnete die Tür, ergriff Lisa am Arm und zerrte sie hindurch. Im Innern angelangt, schloss er die Tür und umarmte Lisa so heftig, dass es ihr wehtat. Lisa wehrte sich gegen die Umklammerung, aber sie konnte sich nicht befreien.

   Einer der Rebellen sah gerade noch, wie zwei Gestalten an der Eingangstür der alten Hütte standen. Eine der Gestalten nahm die andere am Arm und zerrte sie durch die Tür. Kurz darauf wurde diese geschlossen und ein seltsames Leuchten schien durch die Spalten der Tür.