Dreier´s Bücherwelt: Endlich Wochenende


   Es dauerte eineinige Zeit, bis Sven einen ersten Hinweis gefunden hatte: einen losen Stein.

   »Ich glaub, jetzt habe ich die richtige Stelle gefunden.«

   »Warte, was tun wir, wenn sich die Tür öffnet?«

   »Dann gehen wir einfach hindurch und suchen Ben.«

   »Und was ist, wenn dort dieses Ding ist?«

   Sven schaute Lisa erschrocken an.

   »Daran hab ich gar nicht mehr gedacht.«

   »Vielleicht hat es ja Angst vor dem Licht und du kannst es mit der Taschenlampe verjagen.«

   »Und was, wenn nicht? Der Dolch wird wahrscheinlich nicht ausreichen.«

   »Eventuell sollten wir nach Hause gehen und uns erst einmal überlegen, wie wir unbeschadet den Tunnel durchqueren können.«

   »Du hast recht. Aber was ist mit Ben? Er hat nach mir gerufen.«

   Beide überlegten angestrengt, was sie nun tun sollten. Sie konnten sich einfach nicht entscheiden. Nach einer kurzen Beratungszeit meinte Lisa, er solle sich hier unten nach etwas umsehen, das er als Waffe benutzen könnte.

   »OK. Warte hier. Ich bin gleich zurück.«

   Sven ging zurück zur Treppe und schaute sich noch einmal um. Da entdeckte er in einer Ecke eine Kiste. Er ging zu ihr und öffnete sie. Zu oberst lagen ein paar alte schmutzige Lumpen, darunter fand er ein paar Schraubenschlüssel und Zangen.

   »Was soll ich denn damit?«

   Er räumte das Werkzeug beiseite und entdeckte am Boden der Kiste eine Eisenstange.

   »Das könnte gehen«, dachte er, nahm sie heraus und schwang sie zur Probe um sich wie ein Schwert.

   Mit der Stange als Waffe ging er zu Lisa zurück.

   »Ich hab was gefunden, das ich als Waffe benutzen kann.«

   »Dann lass uns jetzt die Tür öffnen.«

   Sven ging zu dem losen Stein und versuchte diesen herauszuziehen. Es dauerte einige Zeit, bis der Stein nachgab und sich herausnehmen ließ. Mit seiner Taschenlampe leuchtete er in das entstandene Loch. Im Inneren sah er einen Hebel, der heruntergedrückt werden konnte. Er griff in das Loch, packte den Hebel, drückte ihn herunter und nahm die Hand wieder aus dem Loch. Kaum hatte er die Hand herausgezogen, hörten sie ein leises Knirschen, als ob etwas über einen mit Sand bestreuten Steinboden gezogen wurde. Das Geräusch wurde lauter, als die Wand, die das Tunnelende bildete, zur Seite glitt. Sven nahm Lisa an der Hand und sie schritten mit angehaltenem Atem durch die entstandene Öffnung. Kaum hatten sie die Tür durchschritten, glitt die Wand wieder zurück und versperrte den Rückweg.

   »Wir sind drin«, sagte Sven.

   »Ich kann nichts sehen«, stellte Lisa fest.

   »Ich auch nicht. Ich glaube, wir müssen in diese Richtung.«

   Sven nahm Lisa wieder an der Hand und führte sie. Um keine Aufmerksamkeit zu erregen, hatte Sven die Taschenlampe ausgeschaltet. Nach etwa zwanzig Schritten schaltete er sie wieder ein und untersuchte den Tunnel. Dabei stellte er fest, dass es auch Seitentunnel gab, was er Lisa mitteilte. Sie gingen weiter, bis sie einen weiteren Seitentunnel sahen, aus dem ein seltsames Geräusch zu hören war.

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr

   »Da ist das Geräusch wieder«, stellte Sven fest.

   »Dann sollten wir uns beeilen.«

   Sie liefen weiter in die zuvor eingeschlagene Richtung.

   »Da vorne ist Licht. Das muss eine Tür sein.«

   Sven beschleunigte seine Schritte. Dabei ließ er Lisa, die Mühe hatte ihm zu folgen, nicht aus der Hand. Das Geräusch wurde lauter und kam in immer kürzeren Abständen. Sven versuchte noch schneller zu laufen, aber Lisa stolperte und wäre beinahe hingefallen. Woraufhin Sven so langsam wurde, dass Lisa gerade noch mithalten konnte. Das Geräusch wurde lauter und lauter. Sie erreichten die Tür bevor, was immer es auch war, sie erreichen konnte. Sven öffnete die Tür und ging mit Lisa hindurch ins Freie.