Dreier´s Bücherwelt: Endlich Wochenende


   Ben lief so schnell, wie es die Last auf seinem Rücken zuließ. Das jahrelange Arbeiten auf dem Hof und die Jagdausflüge hatten ihn stark gemacht. Nach etwa vier Stunden erreichte er die Ausläufer des Tals, in dem er wohnte. Die ersten Hütten waren bereits in der Ferne zu sehen. Er lief ohne Pause weiter und erreichte etwa eine Stunde später sein Ziel: ein kleines Gehöft, weit ab vom Dorf.

   

   Der Hof gehörte einem Heiler, der allein lebte, bevor Ben zu ihm kam. Woher er sein Wissen um die Heilkunst hatte oder woher er kam, hatte er nie preisgegeben. Seine Patienten heilten stets in kürzester Zeit, worauf man vermutete, dass er seine Kunst am Königshof erlernt hatte oder ein Magier war. Im Laufe der Zeit wurde er zum Einsiedler. Wenn er sich in das Dorf begab, um Patienten zu besuchen, die nicht zu ihm kommen konnten, tat er dies nicht gerne. Seine Patienten behandelte er stets freundlich, allerdings fuhr er die Herumstehenden immer wieder an, wenn sie zu nahe an ihn herankamen. Mit den Jahren wurde er ein mürrischer und streitsüchtiger Mann. Dies änderte sich, als Ben zu ihm kam. Es war vor etwa vier Jahren als Bens Vater bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen war. Da aus seiner Familie niemand mehr lebte, nahm der Heiler den achtjährigen Jungen zu sich und kümmerte sich um ihn. Anfangs tat er sich schwer damit, aber im Laufe der Zeit wurde er ruhiger. Ben stürmte in die Hütte.

   »Sirius! Sirius!«

   Immer wieder rief er den Namen, dabei durchsuchte er hastig die gesamte Hütte.

   

   Die Hütte war nicht besonders groß, sie bestand aus nur drei Kammern. Der Eingang führte in die größte, in ihr stand ein Tisch mit vier Stühlen. Auf der linken Seite war eine Feuerstelle, über der Kochutensilien hingen. Rechts daneben stand ein Bett, das Patienten zur Verfügung stand, die eine ständige Betreuung benötigten. Rechts gab es zwei Türen, die in die Schlafkammern von Sirius und Ben führten.

   

   »Vielleicht ist jemand krank geworden und er musste ins Dorf.«

   Da er Sirius nicht fand, nahm er das Fell mit dem Fleisch vom Rücken und legte es auf den Tisch. Danach verließ er die Hütte und lief Richtung Dorf. Er rannte so schnell er konnte, wobei er mehrmals stolperte und fast hingefallen wäre. Nur noch wenige Meter waren es zum Dorf, als er eine vertraute Gestalt ihm entgegen kommen sah.

   »Sirius, Sirius, du musst mir helfen, da ist ein Junge in der Höhle, er stirbt«, rief Ben aufgeregt und zeigte dabei in Richtung der Höhle.

   Seine Stimme überschlug sich so sehr, dass Sirius ihn nicht verstand. Kurze Zeit später war er bei Sirius eingetroffen. Ohne sich die Zeit zum Luftholen zu nehmen, wiederholte er noch einmal:

   »Sirius, du musst mir helfen, da ist ein Junge in der Höhle, sein Bein, er stirbt, wir müssen los, komm …«

   Sirius verstand immer noch kein Wort von dem, was Ben sagte. Um ihn zu beruhigen, nahm Sirius ihn mit beiden Händen an den Schultern und schüttelte ihn. Daraufhin schwieg Ben und starrte ihn mit Tränen in den Augen an. Sirius nahm ihn in die Arme:

   »Erst einmal ganz ruhig. Sage mir, was passiert ist.«

   »Ich habe, der Junge, sein Bein, stirbt«, stammelte Ben mit verweinter Stimme.

   Für Sirius ergab es immer noch keinen Sinn. So aufgeregt Ben war, musste es etwas Schlimmes sein. Während Sirius versuchte, etwas Verständliches aus Ben herauszubekommen, gingen sie weiter zur Hütte.

   »Jetzt noch mal ganz langsam. Was ist mit dem Jungen und wo ist er?«

   Um sich zu beruhigend holte Ben noch einmal tief Luft.

   »Ich war im Tal der Stille, da hab ich einen anderen Jungen getroffen. Wir wurden angegriffen. Er ist am Bein verletzt. Die Wunde hat sich entzündet.«

   Sirius begriff langsam, was geschehen sein musste. Er nahm Ben am Arm, blieb stehen und sah ihm in die Augen.

   »Wo ist der Junge?«

   »Er ist in unserer Höhle.«

   Danach gingen sie weiter.

   

   Als sie die Hütte betraten, ging Ben zu einem der Stühle und setzte sich. Er erzählte, was er mit Sven erlebt hatte. Sirius hörte ihm aufmerksam zu. Nachdem Ben seine Geschichte beendet hatte, suchte Sirius hastig ein paar Dinge zusammen, die er eventuell für die Behandlung von Sven benötigen könnte.

   »Du bleibst hier und ruhst dich aus. Ich lauf zu der Höhle und werde versuchen, deinem Freund zu helfen«, sagte Sirius mit harter Stimme.

   »Nein, ich komm mit. Ich will dir helfen.«

   »Du bleibst hier. Du kannst dich ja kaum noch auf den Beinen halten.«

   Sirius schulterte seinen gepackten Rucksack, sah noch einmal mit strengem Blick zu Ben und verließ die Hütte.

   

   Sirius war sechsunddreißig und recht sportlich. Er rannte so schnell, dass er die Höhle in nur drei Stunden erreichte. Dort angekommen nahm er die Tarnung, die Ben angebracht hatte, von dem Eingang und trat ein. Um besser sehen zu können, zündete er eine Kerze aus seinem Rucksack an. Nach Bens Beschreibungen musste der Junge im linken Teil der Höhle sein. Tatsächlich sah er dort einen Jungen liegen. Er war etwa in Bens Alter aber nicht ganz so groß und sportlich.

   »Sven. Sven«, flüsterte Sirius und tippte leicht an seine Schulter.

   Der Junge rührte sich nicht.

   »Sven, wach auf.«

   Sirius rüttelte Sven etwas kräftiger, aber er reagierte nicht. Er war in den letzten Stunden in ein tiefes Koma gefallen. Die Entzündung der Wunde war weiter vorangeschritten und das Gift breitete sich langsam aus. Sirius nahm das Fell, unter dem Sven lag, beiseite und betrachtete den Verband. Behutsam öffnete er den Knoten und entfernte das Tuch. Langsam hob er die freigelegten Blätter von der Wunde. Ein stechender Geruch nach verfaulendem Fleisch wehte Sirius entgegen, woraufhin er sich zur Seite wandte, um frische Luft zu holen. Als er sich an den Geruch gewöhnt hatte, nahm er seine Kerze und stellte sie neben dem Bein ab. So konnte er die Wunde besser sehen. Die Entzündung war bereits weit fortgeschritten, die Ränder hatten sich schwarz verfärbt. Dicke rote Streifen verliefen von der Wunde aus in Richtung Oberschenkel: Es war eine Blutvergiftung. Der Eiter, der sich in der Wunde gebildet hatte, verfärbte sich bereits. Sirius nahm eine Schüssel, schüttete etwas Wasser sowie eine rötliche Flüssigkeit aus einem Medizinfläschchen hinein und reinigte damit vorsichtig die Wunde, was einige Zeit in Anspruch nahm. Danach nahm er einen kleinen Topf mit einer Salbe aus seinem Gepäck, strich etwas davon auf die Wunde, legte Conablätter darauf und verband das Bein. Jetzt musste er noch etwas gegen das Fieber unternehmen. Er nahm ein weiteres Fläschchen aus seinem Rucksack, goss etwas davon in einen Becher und verdünnte es mit etwas Wasser. Er setzte Sven auf und flößte ihm langsam die Medizin ein, dabei verschüttete er mehr, als in den Mund floss. Sven schluckte die Flüssigkeit, ohne wach zu werden. Als der Becher leer war, legte Sirius Sven wieder behutsam hin. Viel mehr konnte er hier in der Höhle nicht tun, er musste Sven so schnell wie möglich in seine Hütte bringen.

   Sirius stand auf und verließ die Höhle. Die Nacht war bereits vorbei, der Morgen dämmerte. Er suchte ein paar Äste zusammen, die er für eine Trage nutzen konnte. Mit den Ästen ging er wieder in die Höhle zurück, nahm ein paar Felle und befestigte diese so daran, dass eine Trage entstand. Ein langes Seil diente dabei als Gurt, damit er die Trage besser hinter sich herziehen konnte. Vorsichtig nahm er Sven auf und legte ihn auf die Trage. Zur Sicherheit band er Sven mit einem Lederriemen darauf fest. Danach legte er den Gurt um seine Taille, nahm beide Stockenden in die Hände und verließ mit der Trage im Schlepptau die Höhle.

   Sirius versuchte so schnell er konnte nach Hause zu gelangen. Dabei achtete er darauf, dass die Trage nicht zu häufig über die Unebenheiten des Bodens sprang. Denn immer, wenn dies geschah, schrie Sven auf, wobei er aber nicht wach wurde. Sie waren über sechs Stunden unterwegs, bevor sie die Hütte erreichten. Ben stand aufgeregt davor und wartete auf sie. Er wollte helfen und lief Sirius entgegen, als er ihn sah. Kurze Zeit später erreichten sie die Hütte. Ben hielt die Tür geöffnet, während Sirius Sven von der Trage nahm, in die Hütte trug und auf das Bett neben dem Feuer legte.

   »Wie geht es ihm?«

   »Es geht ihm nicht gut. Er hat hohes Fieber und die Wunde ist sehr stark entzündet.«

   »Kannst du ihm helfen? Wird er wieder gesund?«

   »Du weißt, ich werde mein Bestes tun. Aber auch mir sind Grenzen gesetzt. Er ist noch jung. Er wird es schon schaffen, aber das Bein ...«

   Sirius hatte ein besorgtes Gesicht. Er verstummte, als er Bens erschrockenen Gesichtsausdruck sah.

   »Was ist damit? Wird er es verlieren?«

   »Das kann ich noch nicht sagen, aber es sieht nicht gut aus. Wenn bis Morgen keine Besserung eingetreten ist, dann muss ich es wohl abnehmen.«

   »Nein, nein, das darfst du nicht. Er kann doch sonst nicht mehr nach Hause.«

   Ben stiegen Tränen in die Augen. Als Sirius dies sah, nahm er ihn in die Arme.

   »Beruhige dich. Warten wir es erst einmal ab. Morgen sehen wir dann weiter.«

   Es dauerte einige Zeit, bis Ben sich wieder beruhigt hatte.

   »Leg dich hin und versuch zu schlafen.«

   »Ich bin nicht müde. Ich werde hier bei Sven bleiben.«

   »Also gut, aber versuch wenigstens etwas zu essen.«

   Sirius ging in seine Kammer. Kurz darauf hörte Ben, wie dort mit Gläsern und Flaschen hantiert wurde. Ben nahm einen Stuhl und stellte ihn neben das Bett. Er nahm ein Tuch, befeuchtete es in der bereitgestellten Schüssel mit Wasser und tupfte damit Svens Stirn ab. Von dem Fieber hatten sich dicke Schweißperlen auf dessen Stirn gebildet. Das Fieber war so hoch, das es aussah, als ob Svens gesamter Körper glühte.

   »Sirius, Sirius, komm schnell! Er ist so heiß.«

   Sogleich kam Sirius aus seiner Kammer und ging zum Krankenbett. Er legte seinen Handrücken auf Svens Stirn, um die Höhe des Fiebers festzustellen, dabei schoben sich seine Augenbrauen besorgt zusammen und die Stirn legte sich in Falten.

   »Kannst du nichts dagegen tun?«, fragte Ben aufgeregt.

   Sirius antwortete nicht. Er nahm die Decke beiseite, mit der er Sven zugedeckt hatte, zog ihm die Hose aus und öffnete den Verband. Die Blutvergiftung war weiter fortgeschritten, die roten Streifen waren bereits bis zur Mitte des Oberschenkels vorgedrungen.

   »Ben!«

   Ben reagierte nicht, er starrte nur auf die Wunde und die roten Streifen. Sirius nahm Ben an der Schulter und rüttelte ihn.

   »Ben. Reiß dich zusammen. Du musst mir helfen. Geh in meine Kammer und hole die Flasche mit der grünen Flüssigkeit. Sie steht auf der linken Seite der Kommode.«

   Ben reagierte immer noch nicht. Völlig paralysiert starrte er auf Sven. Sirius schrie ihn an:

   »Ben!«

   Erst jetzt reagierte er, rannte in Sirius Kammer, holte die Flasche und gab sie ihm. Sirius nahm die Flasche, öffnete diese und goss den Inhalt auf die Wunde. In dem Augenblick, als die Flüssigkeit auf die Wunde traf, bäumte sich Sven auf und schrie fürchterlich, wachte dabei aber nicht auf. Ben erschrak so heftig, dass er beim Zurückweichen fast hingefallen wäre. Danach herrschte wieder Stille. Sirius nahm frische Conablätter, deckte die Wunde damit ab und verband diese. Anschließend deckte er Sven wieder zu.

   »Es sieht nicht gut aus. Nur ein Wunder könnte ihn noch retten. Das Gift der Kreaturen hat sich schon zu weit in seinem Körper verteilt. Ich kann ihm nicht mehr helfen.«

   Sirius senkte den Kopf und ging auf Ben zu, doch der wich vor ihm zurück und starrte ihn ungläubig an.

   »Du willst ihm gar nicht helfen!«

   »Ich kann ihm nicht mehr helfen. Das Gift ist schon zu weit vorgedrungen. Die Blutvergiftung ist nicht das Problem. Es sind die Bestien des Tals. Du weißt doch, sie haben ein Gift in sich, das die Zellen zerstört. Man kann es nur in einem sehr frühen Stadium aufhalten. Es ist zu spät.«

   Sirius ging weiter auf Ben zu, der wich jedoch zurück. Schließlich gab Sirius es auf und begab sich in seine Kammer. Ben sah Sirius nach, starrte auch noch auf dessen Kammertür, nachdem diese ins Schloss fiel. Langsam ging er wieder zu Sven, setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett und fing an vor sich hinzuflüstern.

   »Du darfst nicht sterben, hörst du? Du wirst es schaffen. Ich weiß das.«

   Ben legte seine rechte Hand auf Svens Stirn, langsam stiegen ihm die Tränen in die Augen.

   »Du darfst nicht sterben. Ich zeige dir auch, wie man Feuer macht. Du darfst nicht sterben«, sagte er immer wieder mit weinerlicher Stimme.

   Das Kribbeln in seiner Hand bemerkte er zuerst nicht, erst als es stärker wurde, sah er auf und nahm die Hand von Svens Stirn. Plötzlich hörte das Kribbeln auf. Fassungslos sah Ben seine Hand an.

   »Vielleicht ist es ja wie mit dem Feuer!«, dachte er und legte seine Hand auf den Verband.

   Angestrengt dachte er an die Wunde und wie sich diese schloss.

   »Heile!«

   Das Kribbeln kehrte zurück, langsam floss die Energie aus seiner Hand in die Wunde von Sven.

   »Heile!«

   Das Kribbeln verstärkte sich mit jedem Augenblick, an dem Ben an die Heilung der Wunde dachte, gleichzeitig wurde er schwächer, da immer mehr Energie auf Sven überging.

   In der Zwischenzeit war Sirius aus seiner Kammer gekommen und beobachtet beide von der Tür aus. Er sah, wie Ben seine Hand auf den Verband gelegt hatte und den Kopf dabei gesenkt hielt. Ben fiel es immer schwerer, seine Hand auf dem Verband zu belassen, seine Kräfte ließen langsam nach. Er war so sehr vertieft, dass er nicht bemerkte, wie Sirius eine Hand auf seine Schulter legte. Als Sirius Ben ansah, bemerkte er, wie stark er in sich gekehrt war.

   »Es muss ihm besonders nahe gehen, wenn er so reagiert. Vielleicht sollte ich ihn besser nach draußen schicken«, dachte Sirius und sprach ihn an: »Ben.«

   Er hörte Sirius nicht, er war bereits so geschwächt, dass er seine Hand nicht länger auf dem Verband halten konnte.

   »Ben, was ist mit dir?«

   Auch diesmal reagierte er nicht. Seine Kräfte waren fast aufgebraucht, als seine Hand von der Wunde rutschte und er zur Seite kippte. Sirius konnte ihn gerade noch rechtzeitig auffangen, bevor er vom Stuhl gefallen war. Ben merkte von all dem nichts mehr, er war in eine tiefe Ohnmacht gesunken. Sirius trug ihn in seine Kammer und legte ihn auf das Bett.

   »Was ist nur los mit dir?«

   Anschließend untersuchte er Ben, konnte aber keine Erklärung für die Ohnmacht finden.

   »Schlaf dich erst einmal aus. Es war ein anstrengender Tag«, flüsterte Sirius, strich Ben über die Stirn und deckte ihn zu.

   Sirius verließ die Kammer und ging zu Sven. Gerade als er ihn zudecken wollte, bemerkte er eine Veränderung an Svens Bein. Die Schwellung schien zurückgegangen zu sein. Bei näherer Betrachtung sah Sirius, dass die roten Streifen verschwunden waren. Vorsichtig öffnete er den Verband, um nach der Wunde zu sehen. Als er die Blätter anhob und die Wunde sah, staunte er, da sich diese fast gänzlich geschlossen hatte.

   »Wie kann das sein? Eben noch sah es so aus, als ob das Bein nicht zu retten wäre, und jetzt …«

   Er konnte seinen Blick vor Staunen nicht von der Wunde abwenden. Das, was er da sah, konnte eigentlich nicht sein. Vor seinen Augen verschwand die Entzündung und die Wunde schloss sich. Die Narbe, die eigentlich hätte entstehen sollen, verschwand ebenfalls. Nichts deutete mehr auf die Verletzung hin. Sorgsam deckte er Sven zu und setzte sich nachdenklich auf einen Stuhl in der Nähe des Feuers. Angestrengt versuchte er zu begreifen, was da soeben geschehen war.

   »Ben hatte seine Hand auf dem Verband. Was hatte er da nur gemacht?«

   So angestrengt er auch darüber nachdachte, er konnte sich dies nicht erklären. Nach einiger Zeit sprang er aufgeschreckt vom Stuhl und lief zu Ben.

   »Das kann nicht sein, das darf nicht sein.«

   Ben schlief immer noch tief und fest, als Sirius zu ihm kam und ihn kopfschüttelnd ansah.

   »Ben, Ben, Ben, was machst du nur für Sachen?«, flüsterte er, setzte sich auf das Bett und strich ihm über die Stirn.

   »Hoffentlich erfährt es niemand.«

   Er saß noch einige Zeit bei Ben, als er plötzlich ein Stöhnen hörte. Er ging zu Sven. Dieser wälzte sich unruhig hin und her und stöhnte dabei immer lauter. Gerade als Sirius ihn beruhigen wollte, richtete sich Sven auf und schrie: »Ben, nein!«

   Dabei öffnete er die Augen und sah sich verwirrt um. Als er Sirius erblickte, zuckte er zusammen.

   »Du brauchst keine Angst zu haben. Ich tue dir nichts«, versuchte Sirius ihn zu beruhigen.

   »Wo ist Ben?«, fragte Sven verängstigt.

   »Er liegt dort drüben in seinem Bett und schläft.«

   »Geht es ihm gut? Fehlt ihm etwas?«

   Sven war mehr um Ben besorgt, als um sich selbst.

   »Nein, ihm geht es gut. Er ist nur erschöpft.«

   »Wie komm ich hierher?«

   Sirius erzählte ihm, wie Ben durch den Wald rannte, um Hilfe zu holen, wie er ihn mit der Trage aus der Höhle hierher gebracht und zusammen mit Ben behandelt hatte.

   »Leg dich wieder hin und versuch noch etwas zu schlafen. Du brauchst jetzt vor allem Ruhe.«

   Nachdem sich Sven wieder hingelegt hatte, schlief er ein.