Dreier´s Bücherwelt: Endlich Wochenende


   Ben war bereits mit dem Zubereiten des Frühstücks beschäftigt, als Sven erwachte. Der streckte sich, um den Schlaf zu vertreiben, dabei stellte er überrascht fest, dass er seine Beine wieder bewegen konnte. Vor lauter Freude darüber sprang er auf, hüpfte, wie ein Hase und jubelte:

   »Ich kann wieder gehen! Ich kann wieder gehen!«

   Ben blickte ihn kopfschüttelnd an, was Sven dazu veranlasste damit aufzuhören. Verlegen trottete er zum Lagerplatz und setzte sich.

   »Hier«, sagte Ben und reichte ihm eine Schüssel.

   Sven schaute hinein. Der Inhalt sah aus wie Eier mit Pilzen, aber woher sollten die Zutaten hierzu kommen?

   »Stimmt etwas nicht?«, Ben kaute genüsslich an seinem Frühstück.

   »Was ist das?«

   »Das sind Echseneier mit …«, Ben verstummte, als er den Gesichtsausdruck von Sven sah. »Was ist?«

   »Echseneier!? Mit was?«, Sven verzog angewidert das Gesicht.

   »Ja, Echseneier mit Würmern. Das ist gut.«

   Ben schaute ihn kopfschüttelnd an und aß weiter. Sven wurde dabei so übel, dass er würgen musste. Aber sein Magen knurrte so heftig, dass er Angst bekam, Ben könnte es hören. Er schaute sich den Inhalt der Schüssel noch einmal genauer an, nahm ein klein wenig davon heraus und schob es mit vor Ekel verzerrtem Gesicht in den Mund. Es fühlte sich wie ein Schleimbrei mit Klumpen an. Der anfängliche Ekel wollte sich gerade zum Höhepunkt aufschaukeln, als ihn plötzlich ein Wohlgeschmack vertrieb. Verzückt strahlte Sven über das ganze Gesicht: Die Eier schmeckten hervorragend und ähnelten ein wenig Hühnerei mit Schinken und wilden Kräutern. Als Ben Svens Gesichtsausdruck sah, grinste er nur.

   »Die schmecken wirklich gut!«

   Als beide gesättigt waren, wuschen sie ihre Schüsseln und Becher im Bach ab. Ben verstaute alles in seinem Rucksack. Anschließend band er den Wasserschlauch darauf, schulterte diesen und nahm seinen Stock.

   »Dir geht es ja wieder gut, dann bis zum nächsten Mal.«

   Ben drehte sich um und ging los.

   Sven konnte zunächst nicht reagieren, so verblüfft war er. Es dauerte einige Augenblicke, bis er nach Ben zurief: »Ben warte! Was ist mit mir? Wo soll ich hin?«

   Ben blieb stehen und drehte sich zu ihm um, während Sven ihn einholte.

   »Du kannst wieder nach Hause gehen.«

   »Aber die Tür ist doch nicht mehr da. Ich weiß nicht, wie ich wieder nach Hause kommen soll.«

   Ben überlegte einen Augenblick, dann meinte er: »OK, dann komm erst einmal mit. Mein … mein Vater wird schon wissen, wie du wieder nach Hause kommst.«

   Sven war so erleichtert, dass er einmal tief durchatmete. Kurz darauf machten sich beide auf den Weg Richtung Osten.