Dreier´s Bücherwelt: Endlich Wochenende


   Sven war immer noch starr vor Entsetzen. In dem Tunnel war es plötzlich so still, dass er nur das rasende Schlagen seines Herzens hörte. Es dauerte einige Zeit, bis er sich beruhigt hatte und wieder bewegen konnte. Mit der Taschenlampe suchte er verzweifelt die Wände nach einer Möglichkeit ab, die geschlossene Wand wieder zu öffnen. Auch nach mehreren Minuten hatte er noch keinen Weg gefunden.

   »Wie soll ich hier nur wieder herauskommen?«

   Aus lauter Verzweiflung fing er an um Hilfe zu rufen, aber die Wände waren wohl zu stark, als dass sein Rufen gehört werden konnte. Irgendwann gab er es auf und überlegte, was er nun tun sollte.

   »Das hier ist ein Tunnel, also führt er auch irgendwo hin. Wenn ich die Wand nicht mehr öffnen kann, dann muss ich es in der anderen Richtung versuchen. Vielleicht gibt es dort einen Ausgang.«

   Sven machte sich auf den Weg den Tunnel zu erkunden. Dabei sah er sich, aus Angst, es könnte etwas aus der Dunkelheit auftauchen, immer wieder um. Sogar die Geräusche, die er selbst beim Gehen verursachte, jagten ihm Angst ein. Nach einiger Zeit wurde der Lichtkegel seiner Taschenlampe dunkler.

   »Mist, jetzt machen die Batterien schlapp, und ich hab keinen Ersatz dabei.«

   Er versuchte durch Schütteln das Licht wieder heller zu bekommen, was aber nur für kurze Zeit funktionierte. Es dauerte nicht lange, da erlosch die Taschenlampe vollends. Sven umgab die schwärzeste Dunkelheit, die er je erlebt hatte. Seine Angst wurde noch größer. Das Kribbeln in seinem Rücken verstärkte sich von Sekunde zu Sekunde. Ständig drehte er sich um, um nachzusehen, ob eventuell jemand kam. Sein Herz pochte so laut, dass es als dumpfes Schlagen von allen Seiten zu kommen schien. Aus der Angst wurde eine Panik, die sich langsam steigerte. Sven schlug wild um sich, da er dachte, es würde ihn jemand anfassen wollen. Plötzlich blieb er stehen und lauschte. Ein leises Geräusch, das er selbst nicht verursacht hatte, war zu hören. Mit der Zeit wurde das Geräusch lauter, so dass er es besser hören konnte. Es war so, als ob ein Nashorn, das Krallen an den Füßen hatte, auf ihn zurannte.

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   »Ist da jemand?«

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   »Hallo, wer ist da?«

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   »Ich habe eine Waffe!«

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   Völlig verängstigt schaute er sich um, konnte jedoch wegen der Dunkelheit, die um ihn herum herrschte, nichts erkennen. Seine Augen hatten sich noch nicht daran gewöhnt. Mehrmals kniff er seine Augen zu, um die Gewöhnung zu beschleunigen.

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr

   Das Geräusch schien von allen Seiten zu kommen. Oder war es nur seine Angst, die ihm einen Streich spielte? Plötzlich glaubte er, etwas zu erkennen.

   »Da hinten ist doch etwas.«

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   Aus weiter Entfernung schien ein schwaches Licht zu kommen.

   »Dort muss es nach draußen gehen, da ist Licht!«

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   Er fing an in Richtung des Lichtes zu laufen, zuerst langsam und dann immer schneller, dabei verlor er seine Taschenlampe. Es dauerte nicht lange, da erkannte er, woher das Licht kam. Es war eine Tür, die ein kleines Fenster im oberen Bereich hatte, durch das das Licht hereinströmte.

   Bummm Krrrr, Bummm Krrrr ...

   Kurze Zeit später erreichte er die Tür. Vor lauter Panik griff er immer wieder neben die Türklinke, so dass es einige Zeit dauerte, bis er die Türklinke zu fassen bekam. Als er die Tür endlich einen Spaltbreit geöffnet hatte, schlüpfte er hindurch, schloss diese wieder und lehnte sich erleichtert mit geschlossenen Augen dagegen.

   Bummm, Bummm, Bummm ...

   Etwas schlug von innen gegen die Tür, aber Sven bemerkte dies nicht. Das Laufen im Tunnel und seine Angst hatten ihn zu sehr erschöpft. So stand er einige Zeit nur da und sog angestrengt die Luft ein. Plötzlich verschwand der Widerstand in seinem Rücken und etwas Warmes strich über sein Gesicht. Als er langsam die Augen öffnete und sich umsah, wurden diese vor Staunen immer größer.