Dreier´s Bücherwelt: Der kleine Magier


   »Ah!«

   Hans rannte in das Zimmer seines Sohnes. Peter lag in seinem Bett, schrie und schlug um sich. Hans versuchte ihn zu wecken, indem er ihn an den Schultern packte und schüttelte. In diesem Moment durchfuhr Hans ein gewaltiger Schlag, der ihn nach hinten gegen die Wand katapultierte. Während dessen wachte Peter auf und schnellte hoch. Kaum stand er neben dem Bett, da hatte er bereits eine Energiekugel in den Händen, die er gegen die Gestalt schleuderte, die unweit am Boden lag. Als die Kugel nur noch wenige Zentimeter von ihrem Ziel entfernt war, erkannte Peter seinen Vater. Im letzten Augenblick konnte er den Zauber umkehren und damit seinen Vater retten. Erschrocken rannte er zu ihm.

   »Es tut mir leid. Es tut mir leid«, wiederholte er erstickt, während er neben seinem Vater kniete.

   Hans öffnete seine Augen.

   »Ist schon gut. Du kannst nichts dafür.«

   »Ich hätte dich beinahe umgebracht!«

   »Du hast es ja nicht.« 

   Hans versuchte sich aufzusetzen, aber die Schmerzen waren zu groß. Peter bemerkte dies sogleich und wendete einen schmerzstillenden Zauber an. Kurz darauf ging es seinem Vater besser, er konnte aufstehen.

   Beide saßen auf dem Bett von Peter und sahen sich an. Da Peter sich nicht äußerte, fragte Hans sanft: »Willst du darüber reden?«

   »Was meinst du?«

   »Über den Traum, den du hattest.«

   Peter überlegte kurz.

   »Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Traum war.«

   »Er handelte von Mawas?«

   »Ja.«

   »Dann muss es ein Traum gewesen sein. Du hast ihn doch vernichtet.«

   »Das weiß ich nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern.«

   Hans sah seinen Sohn nachdenklich an, sagte aber nichts.

   »... Ich hatte kaum noch Kraft, um mich auf den Beinen zu halten. Da habe ich eine größere Menge des Pulvers genommen und gegen Mawas eingesetzt. Danach wurde ich ohnmächtig. Als ich aufgewacht bin, war Mawas weg und die Umgebung zerstört. Es ist durchaus möglich, dass er noch am Leben ist.«

   »Ich glaube nicht, dass Mawas überlebt hat«, meinte sein Vater. »Lass uns etwas essen, dann geht es dir vielleicht auch besser.«

   Sie gingen in die Küche. Hans bereitete das Frühstück, während Peter den Tisch deckte. Alles schien normal, bis Peter auf einmal mitten in der Bewegung erstarrte.

   »Was hast du?«, fragte Hans besorgt, bekam jedoch keine Antwort.

   Er ging zu Peter und stellte sich vor ihn. Die Augen des Jungen waren starr geradeaus gerichtet und schienen Hans zu durchdringen. Dann blinzelte Peter und schüttelte den Kopf.

   »Stimmt etwas nicht?«

   Peter brachte nur ein einziges Wort über die Lippen, bevor er zusammenbrach.

   »Mawas!«

   

   ENDE