Dreier´s Bücherwelt: Der kleine Magier


   Widos Faust raste nieder und traf Peter. Zu seinem Erstaunen verspürte er nicht den erwarteten Widerstand. Seine Faust ging durch den Körper von Peter und traf das Sofa.

   »Hast du gedacht, ich würde nichts merken?«

   Wido fuhr herum und drehte sich in die Richtung, aus die Stumme kam. Am Eingang zum Wohnzimmer stand Peter.

   »Wie?«, wollte Wido wissen.

   »Das spielt keine Rolle. Wie lange arbeitest du schon für Mawas?«

   »Schon länger als du lebst.« Wido hatte den Satz kaum beendet, da schleuderte er einen Blitz gegen Peter. Doch der hatte mit dem Angriff bereits gerechnet und sich mit einem Schutzschild umgeben, an dem der Blitz abprallte. 

   »Dachtest du, es würde so einfach sein?«, fragte Peter.

   Als Antwort schickte Wido eine Lichtkugel, die kurz vor Peter explodierte. Die Druckwelle stieß ihn zurück, durchdrang den Schild aber nicht.

   »Hör auf damit! Ich möchte dir nicht weh tun«, rief Peter.

   Wido antwortete nicht, sondern versuchte es mit einem weiteren Zauber, der ebenfalls erfolglos blieb. Peter war gezwungen, den Angriffen ein Ende zu setzen.

   »Estra homa.« Der entstandene Luftstrom warf Wido gegen die Wand. Gerade als er sich aufrappeln wollte, rief Peter mit Tränen in den Augen: »Trog fraso mul.« 

   Wido griff sich im gleichen Augenblick an den Hals. Angestrengt versuchte er noch einen Atemzug zu machen, dann sackte er bewusstlos zusammen. Wenige Sekunden später war kein Leben mehr in Widos Körper.

   »Warum?«, fragte ihn Peter noch, aber er bekam keine Antwort mehr.

   Völlig erschöpft und mit seinen Gefühlen ringend, setzte er sich. Den Kopf in den Händen vergraben überlegte er, wie er Mawas allein besiegen könnte. Bis zum Sonnenaufgang waren es noch drei Stunden. Diese wollte er nutzen, um sich etwas auszuruhen. Er legte sich hin und schloss die Augen, aber die Ereignisse der letzten Zeit ließen ihn einfach nicht los. Seine Gedanken kreisten um das Geschehene und wollten nicht zur Ruhe kommen. Unbekannte Geräusche ließen seine Sinne immer wieder aufhorchen, so dass er nicht einschlafen konnte. Bei den ersten Anzeichen der aufgehenden Sonne stand er auf. Schlaftrunken ging er in das Badezimmer und stellte sich unter die kalte Dusche. Es dauerte einige Zeit, bis er die Kälte des Wassers auf seiner Haut spürte, denn er hatte vergessen, sich auszuziehen. Er zog seine nassen Kleider aus und stellte sich erneut unter den kalten Wasserstrahl. Während er sich wusch, trockneten seine Kleider in einem sanften warmen Luftstrom, den er erschaffen hatte.