Dreier´s Bücherwelt: Der kleine Magier


   Mawas stockte mitten in der Bewegung und lauschte. Er spürte eine ihm vertraute magische Signatur.

   »Was hast du jetzt schon wieder vor? Glaubst du wirklich, ich falle auf diesen Trick herein? Da musst du dir schon etwas Besseres einfallen lassen.«

   Er ging weiter zu dem Verlies, in dem er Hans gefangen hielt.

   Hans lag auf einer Pritsche und starrte an die Decke. Er fühlte sich, als hätte man ihn durch den Fleischwolf gedreht. Er musste sich übergeben, so groß waren die Schmerzen. Jeden einzelnen Knochen spürte er, wenn er versuchte sich zu bewegen. Obwohl sein Körper unversehrt war, gab es keine Stelle an ihm, die nicht weh tat. Mawas hatte ihn mehrere Stunden lang gefoltert, um herauszufinden, was Peter vorhatte. Hans jedoch blieb standhaft und verriet nichts. Vorsichtig, um die Schmerzen so gering wie möglich zu halten, setzte er sich auf. Wie in Zeitlupe richtete er seinen Oberkörper auf und schwenkte die Beine von der Pritsche. So schaffte er es sich aufzusetzen, ohne die Schmerzen zu verstärkten. Er bemerkte nicht, dass Mawas in das Verlies kam.

   »Ah, wie ich sehe, geht es dir wieder besser.«

   Hans blickte erschrocken auf. Da er den Kopf zu schnell bewegte, durchfuhr ihn ein heftiger Schmerzwall. Dies ließ er sich jedoch nicht anmerken.

   »Du brauchst nicht den Tapferen zu spielen. Ich weiß, wie unangenehm die Prozedur ist. Ich kann dich von den Schmerzen befreien, du musst mir nur sagen, was Peter vorhat.«

   »Niemals! Und wenn du mich tötest!«

   »Das wäre sehr dumm von mir. Peter liebt dich zu sehr, als dass er es zulassen würde, dass dir etwas geschieht. Du wirst mir noch gute Dienste leisten.«

   »Du verfluchter ...!«

   »Na! Nicht beleidigend werden.« 

   Mawas hob die Hand und Hans Körper durchfuhr ein gewaltiger Schmerz. Es war so, als würde er in tausend Stücke zerspringen. Er kippte nach hinten und krümmte sich vor Schmerzen. Kurz darauf verlor er das Bewusstsein.

   »Verdammt, so komme ich nicht weiter. Nur noch knapp drei Tage.«

   Mit diesen Worten verließ Mawas Hans und eilte zurück in sein Labor.