Dreier´s Bücherwelt: Der kleine Magier


   Hans und Peter traten in einen dunklen Raum. Als sich die Tür hinter ihnen schloss, sahen sie nichts mehr. Es dauerte einige Sekunden, bis es hell wurde. Der Raum, in dem sie sich befanden, war nicht besonders groß. Es gab an jeder Wand eine Tür, über der jeweils ein anderes Symbol hing. Ansonsten war der Raum leer.

   »Welche Tür sollen wir nehmen? Was meinst du, Peter?«

   Peter sah sich die Türen und deren Symbole an.

   »Das hinter uns ist der Ausgang. Am besten gefällt mir das da.«

   Peter zeigte auf die Tür auf seiner rechten Seite. Hans ging darauf zu, drückte die Türklinke herunter und öffnete die Tür. Dahinter war ein langer beleuchteter Gang zu sehen. Beide gingen durch die Tür und den Gang entlang. Es gab keine Türen oder sonst irgendetwas. Nicht einmal die Lichtquelle war zu sehen. Langsam neigte sich der Untergrund. Nach etwa fünf Minuten kamen sie an das Ende des Ganges, wo sie eine Tür vorfanden. Hans versuchte die Tür zu öffnen, was ihm aber nicht gelang. Sie schien verschlossen zu sein. Gerade als Peter es versuchen wollte, wurde es schlagartig dunkel. Beide blieben vor Schreck wie angewachsen stehen und hielten den Atem an. Gerade als Peter einen Lichtzauber aussenden wollte, wurde es schlagartig hell. Vor der Tür und hinter ihnen im Gang standen mehrere bewaffnete Leute. Sie zielten auf die beiden, die daraufhin ihre Arme hoben.

   »Estoma holpa xatu gan.«, sagte Hans.

   »Estoma holpa xatu gan. Krona tagri wons moru sag?«, fragte derjenige, der direkt vor Hans stand.

   Hans sah seinen Sohn an, worauf dieser antwortete.

   »Kofta zermo trawes. Wir kommen von Gunilla. Mein Vater hat einen Brief für euch«, dabei nickte er Hans zu, der den Brief aus seiner Jackentasche holte und dem Fragenden reichte.

   Der öffnete das Pergament und las. Kurz darauf gab er ein Zeichen und die Waffen senkten sich. Wenige Augenblicke später waren sie mit dem Sprecher alleine.

   »Verzeiht, aber in diesen unruhigen Zeiten können wir nicht vorsichtig genug sein. Ich bin übrigens Lukas.« Er reichte Hans und Peter die Hand. »Kommt bitte mit, ich bringe euch zu unserem Oberhaupt.«

   Hans und Peter folgten Lukas. Sie gingen etwa zwei Minuten, bis sie in einer großen Halle ankamen. Von dort führten mehrere Türen und Gänge ab. Lukas ging zielstrebig auf einen der Gänge zu. »Wir müssen dort entlang. Passt gut auf, hier kann man sich leicht verirren«, sagte Lukas und ging weiter. Nach etwa drei Minuten hielt Lukas an einer Tür und wartete auf Hans und Peter. Als sie bei ihm eintrafen, öffnete er diese. Der Raum, den sie betraten, maß etwa sieben mal acht Meter. An den Wänden befanden sich mehrere Regale mit Büchern und Aktenordnern. An der hinteren Wand war eine reich verzierte Tür zu sehen. In der Mitte stand ein Schreibtisch. Auf dem Stuhl dahinter saß eine Frau. Als sie die Hereingekommenen bemerkte, sah sie auf und begrüßte sie. Während Lukas mit der Frau sprach, sah er immer wieder zu Hans und Peter. Nach kurzer Zeit wandte sich die Frau an die beiden.

   »Herzlich willkommen bei uns. Leonie wird euch gleich empfangen«

   Die Frau drehte sich um, ging zu der verzierten Tür und verschwand dahinter. Hans und Peter sahen zuerst sich dann Lukas fragend an.

   »Leonie ist unser Oberhaupt.«

   Kurz danach kam die Frau zurück und bat Hans und Peter ihr zu folgen. Der Raum, den sie betraten, war schlicht eingerichtet. Eine Kommode, ein Regal und ein Tisch. Dahinter saß eine Frau, die sogleich aufstand, als die beiden den Raum betraten.

   »Ich habe gerade mit Gunilla gesprochen. Ich freue mich, euch helfen zu dürfen. Du bist also Peter«, dabei beugte sie sich zu Peter herunter und gab ihm zur Begrüßung die Hand. Peter nahm sie entgegen und nickte. »Sie sind dann Hans, sein Vater?« Auch ihm reichte sie die Hand.

   »Vielen Dank für ihre Gastfreundschaft.«

   Leonie nickte und wandte sich wieder an Peter.

   »Wie ich hörte, ist deine Ausbildung schon weit vorangeschritten?«

   »Kann sein. Mein Lehrmeister hat mir einiges beigebracht.«

   »Nun gut. Ihr seid bestimmt müde von der Reise. Man wird euch in eure Unterkunft bringen. Dort könnt ihr euch ausruhen und frisch machen. Morgen können wir über alles Weitere reden.« Leonie wandte sich ab. »Helene, sorge dafür, dass es ihnen an nichts fehlt. Sage Lukas, dass er sich um die beiden kümmern soll.«

   Sie verließen Leonie und folgten Lukas, der ihnen ihre Unterkunft zeigen sollte. Wieder liefen sie unendlich lange Gänge entlang. Nach etwa fünf Minuten öffnete Lukas eine Tür und bat beide einzutreten. Die Räume hinter der Tür waren freundlich und hell eingerichtet. Es gab zwei Schlafräume, eine Küche, ein Bad und einen Wohnraum. Die Möbel waren von schlichter Eleganz. Lukas zeigte ihnen alles und erklärte dabei einige Besonderheiten.

   »Wenn ihr etwas benötigt, ruft über die Sprechanlage nach mir. Ich lasse euch jetzt alleine, damit ihr euch ausruhen könnt. Morgen können wir alles weiter besprechen.« Lukas ging zum Ausgang. »Peter, wir haben hier eine Schule für Magier. Wenn du möchtest, kann ich sie dir zeigen.«

   »Morgen vielleicht«, meinte Peter und ging in seinen Schlafraum.

   »Die letzten Tage waren anstrengend für ihn.«

   »Das verstehe ich.«

   Lukas verließ die beiden. Hans setzte sich mit einem Seufzer auf das Sofa und sah sich um. Kurze Zeit später stand er auf und sah nach Peter. Der schlief ruhig in seinem Bett. Hans ging in seinen Schlafraum und legte sich ebenfalls hin.