Dreier´s Bücherwelt: Dranchenfreunde


   Als Tinggal und Pergi sich dem Hühnerstall näherten, fingen die Hühner mit einem Mal an wild umherzuflattern und laut zu gackern. Je näher die beiden kamen, desto wilder wurden die Hühner.
   »Was ist da los?«, fragte Pergi.
   »Ich kann mir das nicht erklären. So führen sie sich eigentlich nur auf, wenn ein Raubtier in der Nähe ist.«
   Tinggal rannte zur Stalltür und nahm die dort stehende Mistgabel. Mit dieser bewaffnet kam er zu Pergi zurück, der in einiger Entfernung wartete. Gemeinsam versuchten sie den Verursacher zu finden, indem sie die Gegend absuchten. Dabei bemerkte Tinggal, dass die Hühner sich beruhigten, sobald sie sich vom Stall entfernten. Das gleiche Verhalten zeigten auch die Kühe im Stall.
   »Warte«, meinte Tinggal und stoppte mitten in der Bewegung.
   »Was ist los?«, fragte Pergi.
   Tinggal sah Pergi an. »Geh bitte in die Hütte und warte dort auf mich. Ich bin gleich wieder bei dir.«
   Während Pergi langsam zur Hütte trottete, ging Tinggal zu den Ställen zurück. Er blieb bei den Stallungen stehen und beobachtete die Tiere. Auch als einige Minuten vergangen waren, blieben die Tiere ruhig. Nachdenklich kehrte Tinggal den Tieren den Rücken und ging zur Hütte. Auf dem Weg dorthin sah er noch, wie Musuh die Hütte verließ und mit schnellen Schritten davonstob. Tinggal stürmte in die Hütte hinein und rief: »Pergi! Alles in Ordnung mit dir?«
   Pergi saß zusammengesunken auf seinem Bett. Selbst als Tinggal ihn an den Schultern packte, reagierte er nicht.
   »Was hat er getan?«
   »Nichts«, flüsterte Pergi. »Er hat mir nichts angetan.«
   »Was hast du dann? Warum hast du auf mein Rufen nicht reagiert?«
   Pergi blickte auf und sah seinem Bruder in die Augen. »Musuh wird keine Ruhe geben, bis er herausgefunden hat, wer ich bin.«
   »Ach das. Mach dir keine Sorgen. Solange du ihm nichts sagst, wird er es nicht herausfinden, und von mir erfährt er garantiert nichts.«