Dreier´s Bücherwelt: Dranchenfreunde


   Nur langsam erlangte Pergi das Bewusstsein. Heftige Schmerzen durchfuhren ihn, als er versuchte sich zu bewegen. Das Pochen in seinem Schädel verhinderte klares Denken. Als er die Augen vollends geöffnet hatte, sah er seine Umgebung wie durch einen Schleier. Er erkannte verschwommen Gegenstände, die ihm vertraut vorkamen. Eine Truhe, einen Schrank, ein Regal mit etwas darauf, einen kleinen Tisch mit einer Schüssel neben dem Bett, auf dem er lag. Sonst schien der Raum nichts Weiteres zu enthalten. Es dauerte einige Minuten, bis ihm die Erkenntnis kam.
   »Das ist mein Zimmer!«, durchfuhr es ihn urplötzlich.
   Ein leises Knarren ließ ihn seine Gedanken vergessen. Mit einer schnellen Bewegung drehte er seinen Kopf und blickte zum Ursprung des Geräuschs. Eine große Gestalt stand dort und schloss die Öffnung, durch die sie gekommen war. Eine ihm vertraute und zugleich seltsam veränderte Stimme sprach: »Na, da bist du ja wieder.«
   »Papa? Bist du das?«
   Pergi´s Blick wurde mit jedem Schritt, den die Gestalt näher kam, klarer. Als sie neben ihm am Bett stand, konnte er sie genau erkennen. Was er sah, konnte er nicht glauben. Alles war anders, als er es in Erinnerung hatte.
   »Nein. Ich bin es, Tinggal«, sagte der Mann vor ihm.
   Verwirrt legte Pergi seinen Kopf auf das Bett zurück und bedeckte seine Augen mit den Händen. In seinem Gehirn rasten die Gedanken so schnell umher, dass ihm dabei übel wurde. Nur mit Mühe konnte er verhindern, dass er sich übergab. Langsam bewegte er den Kopf hin und her. Er hoffte damit, die Gedanken ordnen zu können.
   »Ruh dich erst einmal aus. Wir können später über alles reden«, sagte Tinggal und ließ Pergi allein.
   Was war geschehen?
   Wie kam er hierher?
   Wieso war sein Bruder so alt?
   Immer wieder versuchte er, den Fragen eine vernünftige Antwort zu geben. Je mehr er darüber nachdachte, desto unwirklicher wurde das Ergebnis. Nach einiger Zeit legte er die Fragen beiseite und konzentrierte sich darauf aufzustehen. Es dauerte einige Zeit, bis es ihm gelang sich aufzusetzen, denn sein ganzer Körper schmerzte. Als er es geschafft hatte, sah er sich genauer um. Neben dem Bett stand ein Stuhl, den er zuvor nicht gesehen hatte. Diesen benutzte er als Stütze. Erstaunlicherweise ging dies ohne größere Anstrengungen. Seine ersten Schritte waren noch etwas unbeholfen, aber mit jedem weiteren wurde er sicherer. Bald hatte er die Tür erreicht und öffnete diese.