Dreier´s Bücherwelt: Dranchenfreunde


   Pergi rannte so schnell, wie er es in seinem Leben noch nie getan hatte. Seine Muskeln schmerzten vor Anstrengung und seine Lunge rang angestrengt nach Luft. Auch wenn er es gewollt hätte, hätte er nicht anhalten können. Sein Körper schien einer fremden Macht und nicht ihm zu gehören. Die Felder und Wiesen rasten an ihm vorbei und die Berge kamen immer näher. Lange konnte er dieses Tempo nicht mehr halten. Sein Körper würde über kurz oder lang unter den Anstrengungen zusammenbrechen.
   Es waren nur noch wenige hundert Meter bis zu einem kleinen Wäldchen vor den Bergen, als seine Lunge so schmerzte, dass er kaum noch Luft bekam. Mit jedem weiteren Schritt wurde er langsamer. Kurz vor dem Wäldchen kam er zum Stehen. Völlig erschöpft sank er auf den Boden, drehte sich auf den Rücken und starrte schwer atmend in den Himmel. Nachdem sein Atem sich beruhigte, wurde ihm übel und er musste sich übergeben.
   Es war bereits dunkel, als Pergi erwachte. Nur schemenhaft konnte er sich an die vergangenen Stunden erinnern. Als er sich aufsetzte, wurde ihm sogleich schwindlig. Er sank zurück und versuchte es kurz darauf noch einmal, dieses Mal aber wesentlich langsamer. Er konnte sich so, ohne dass ihm übel wurde, aufrichten. Wegen der Dunkelheit sah er seine Umgebung nur schemenhaft, aber das, was er sah, erkannte er nicht. Obwohl er sich sehr häufig am Rande der Berge aufhielt und fast jeden Winkel kannte, konnte er die Gegend nicht zuordnen. Die Umgebung war ihm fremd. Vorsichtig stand er auf und versuchte sich zu orientieren. An den Bäumen um ihn herum suchte er nach Moos an den Stämmen. Er wusste, dass dies immer in Richtung der Berge wuchs. Als er welches fand, entfuhr ihm ein Seufzer. Jetzt wusste er zumindest, in welcher Richtung sein Zuhause lag. Erleichtert ging er in die entgegengesetzte Richtung, in der das Moos wuchs. Langsam und vorsichtig tastete er sich voran. Er war nur wenige Schritte gegangen, da trat sein linker Fuß ins Leere. Schwankend und mit den Armen rudernd versuchte er die Balllance zu halten und nicht zu stürzen. Gerade hatte er sich halbwegs gefangen, da rutschte sein rechter Fuß nach vorne, der Untergrund gab nach. Pergi fiel nach hinten und schlug hart mit dem Kopf auf einen Stein auf. Benommen nahm er noch wahr, dass sein Körper von der Schwerkraft in die Tiefe gerissen wurde.