Dreier´s Bücherwelt: Dranchenfreunde


   Floh und Maya kehrten am Abend fast gleichzeitig zur Hütte zurück. Floh hatte acht der zehn Kundschafter ausfindig machen können. Sie befanden sich in Zweiergruppen in der Nähe der Städte Hostros, Karusta, Bindosu und Eftrala, so wie es Fabian gesagt hatte. Sie schienen auf irgendetwas zu warten, so kam es Floh vor.

   »Dann fehlen noch zwei. Wo könnten sie nur sein?«

   »Fabian, du wusstest, wo sich die acht Kundschafter befanden. Was ist mit den anderen beiden?«

   »Nach Gromuldus Angaben sollten sie sich eigentlich vor der Stadt Bontra aufhalten. Aber vielleicht hat er ja etwas geahnt und sie woanders hingeschickt.«

   Samanta ging mit strenger Miene zu Maya. »Wo warst du eigentlich den ganzen Tag? Ich hätte deine Hilfe benötigt«, sagte sie vorwurfsvoll.

   »Ich war in den Bergen auf der Jagt«, Maya sah in Richtung Berge.

   »Sind dir dort vielleicht Fremde aufgefallen?«

   Es entstand eine längere Pause. »Nein.«

   »Da stimmt doch etwas nicht. Floh hatte ein Feuer in der Schlucht der Winde gesehen. Hast du etwa ...?«

   Maya sah zum Boden. »Ja.«

   »Maya, wir sagten doch, du sollst nicht mitsuchen!«

   »Ich hab Hunger. Geh jetzt jagen.«

   »Maya, lenk nicht ab. Hast du dort Fremde gesehen?«

   »Ja. Die Flammen waren schneller.«

   Bevor Samanta etwas sagen konnte, breitete Maya ihre Schwingen aus und flog davon. Samanta lief vor lauter Wut rot an und stampfte mit den Füßen auf dem Boden. Sophie ging zu ihr, um sie zu beruhigen.

   »Was ist los, Samanta?«

   »Sie hat nicht auf uns gehört und nach den Kundschaftern gesucht. Sie macht einfach, was sie will.«

   »Hat sie welche gefunden?«

   »Ja. Sie sagte, die Flammen waren schneller.«

   »Dann wollten sie in die Stadt Justras.«

   Seimon und Fabian hatten alles mit angehört.

   »Was wollten sie nur in Justras?«, fragte sich Fabian.

   Seimon holte eine Karte aus seinem Beutel und breitete sie aus. An den Stellen, an denen die Kundschafter gesichtet wurden, legte er jeweils ein Kupferstück.

   »Das macht keinen Sinn. Justras liegt zu weit abseits von unserem Tal«, bemerkte Seimon nachdenklich, während er sich die Karte ansah. »Die anderen Orte sind strategisch wichtige Punkte. Sie würden alle Handelswege von und zu uns kontrollieren können.«

   »So war es auch gedacht«, entgegnete Fabian. »Aber Justras? Wozu?«

   »Das werden wir wohl so schnell nicht in Erfahrung bringen. Die Kundschafter sind tot.«

   »Heute können wir nicht mehr viel ausrichten. Lass uns morgen überlegen, wie wir weiter vorgehen.«

   Alle waren müde von dem langen ereignisreichen Tag. Samanta ging zum Lageplatz, wo Christian und Floh bereits warteten. Kurz darauf traf Maya ein. Samanta setzte sich zu Christian, der bereits in den Vorderläufen von Floh schlief. Sie sah ihn lange nachdenklich an, bevor auch sie sich schlafen legte.