Dreier´s Bücherwelt: Dranchenfreunde


   »Der Eingang hat sich geöffnet. Ich muss versuchen ihn wieder zu schließen, bevor sich der Ausgang ebenfalls öffnet.«

   »Muss es ausgerechnet heute sein?«

   »Du weißt doch, es ist nicht meine Entscheidung.«

   »Aber es kann jeden Augenblick losgehen.«

   »Mach dir keine Sorgen. Ich werde bis spätestens morgen früh wieder hier sein. Die Hebamme ist sicherlich auch gleich hier.«

   »Sei vorsichtig. Denke bitte daran, dass morgen Johannes zweiter Geburtstag ist. Johannes!«

   »Ja, Mama!« Johannes lief zu seinen Eltern. »Musst du weg?«, fragte er seinen Vater.

   »Ja. Morgen bin ich aber wieder hier. Pass so lange auf Mama auf.«

   »Mach ich«, sagte Johannes stolz.

   Fabian gab Sophie einen Kuss auf die Wange, dann ging er in die Knie und gab Johannes ebenfalls einen. Noch einmal sich umblickend verließ er die Hütte. Johannes rannte zur Tür und sah seinem Vater hinterher.

    

   Kurz darauf setzten bei Sophie die Wehen ein. Zum Glück kam wenig später die Hebamme und half bei der Geburt. Während dessen wurde Johannes nach draußen geschickt. Da er sich langweilte, ging er den Weg, den sein Vater gegangen war. Nach kurzer Zeit stand er vor einem großen Loch, das ihm vorher nicht aufgefallen war. Vorsichtig lugte er über den Rand und schaute in die Tiefe. Plötzlich gab der Untergrund nach und Johannes fiel hinein. Der Boden im Loch war so weich, dass er sich nicht ernsthaft verletzte, nur ein paar Schrammen und blaue Flecke. Die Wände waren aber zu steil zum Hochklettern. Vorsichtig suchte er die Umgebung ab und fand eine Höhle, in die er hineinging. Nach kurzer Zeit stand er vor einer Tür. Er streckte sich und zog mit all seiner Kraft an dem Riegel, der die Tür verschloss. Kaum war sie geöffnet, schritt er hindurch.

    

   In dem Augenblick, als sich die Tür hinter ihm schloss, wurde seine Schwester geboren.