Dreier´s Bücherwelt


...
Hans stürmte in das Zimmer seines Sohnes.
   „Peter, wach auf! Wir müssen weg!”
Langsam wurde Peter wach, als sein Vater ihm unsanft die Decke wegriss. Schlaftrunken rieb er sich die Augen, setzte sich auf und sah seinem Vater zu, wie er hastig einige Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank holte. Dann stand Peter auf und ging zu seinem Vater.
   „Was ist denn los?”, fragte er verschlafen.
   „Zieh dich an, wir müssen von hier weg.”
   „Was ist passiert?”
   „Beeile dich, wir haben nicht mehr viel Zeit.”
Hans packte nur so viel Kleidung seines Sohnes in den Rucksack, wie er selbst tragen konnte. Als er damit fertig war, war Peter angezogen. Verwirrt sah er seinen Vater an.
   „Hier, nimm den Rucksack. Pack dir noch etwas ein, was du besonders gern hast.”
Peter reagierte nicht, er sah seinen Vater nur an. Hans ging in die Knie und schaute ihm in die Augen.
   „Wir müssen von hier verschwinden. Sie haben uns gefunden. Du weißt doch noch, was ich dir immer gesagt habe?”
Peter antwortete nicht, aber langsam begriff er, was seinem Vater solche Angst bereitete. Als Hans ihn losließ, ging er zu seinem Bett und holte einen kleinen Beutel unter dem Kopfkissen hervor. Diesen hängte er sich um den Hals und steckte ihn unter sein Hemd.
   „Jetzt können wir gehen.”
Gemeinsam verließen sie das Kinderzimmer und liefen in das Wohnzimmer, wo Hans seinen eigenen Rucksack abgestellt hatte.
   „Wir müssen durch den Keller gehen”.
Beide gingen zur Kellertür. Neben der Tür hing eine Taschenlampe, die Hans nahm und einschaltete. Danach öffnete er die Tür und leuchtete die Treppe hinunter.
   „Hier, nimm die”, sagte er und gab Peter die Taschenlampe. „Geh schon vor. Ich muss noch etwas in der Küche holen.”
Peter nahm sie und ging langsam die Stufen nach unten. Als er unten angekommen war, drehte er sich noch einmal um und sah hoch.

Hans ging rasch in die Küche und öffnete den Schrank unter der Spüle. Dort befand sich der Gashahn für den Herd, den er so präpariert hatte, dass das Gas auch ausströmte, wenn das Ventil zum Gasherd abgezogen war. Er entfernte es und drehte den Hahn voll auf. Danach zündete er die bereitgestellte Kerze an. Diese enthielt im unteren Teil eine Sprengladung, die innerhalb von zehn Minuten ausgelöst wurde, nachdem die Kerze brannte. Plötzlich horchte er auf. Er glaubte, ein Geräusch gehört zu haben. Hastig griff er in den Vorratsschrank, nahm eine Tüte Mehl und schüttete es auf den Boden. Dabei fiel ein kleines Bündel heraus. Noch bevor es den Boden erreichte, fing Hans es und wickelte es auf. Er entsicherte die zum Vorschein gekommene Waffe und ging vorsichtig in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Dabei nutzte er die Türrahmen als Deckung. Plötzlich traf ihn etwas an der Schulter. Durch die Wucht des Aufschlages entglitt ihm seine Waffe und er wurde nach hinten geschleudert. Der Schmerz war so heftig, dass er beinahe das Bewusstsein verlor. Kurz darauf stand jemand neben ihm und zielte mit einer Waffe auf seinen Kopf.

Peter blieb einige Zeit am Fuße der Treppe stehen und sah nach oben, in der Hoffnung, dass sein Vater bald nachkommen würde. Um sich abzulenken, lief er auf der Stelle. Die Zeit stand still, so kam es ihm vor. Als er es nicht mehr aushalten konnte, setzte er einen Fuß auf die erste Stufe. In diesem Augenblick wurde er von einem gewaltigen Luftzug, begleitet von einem Lichtblitz und Donner, umgeworfen. Peter schlug hart mit dem Kopf auf den Boden auf und alles wurde schwarz.
...